KUB 2017
PROGRAMM 2017

Programm 2017
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1 Rachel Rose
Palisades in Palisades, 2014
Installationsansicht
Palisades, Serpentine Sackler
Gallery, London, 2015
Foto: readsreads.info
Courtesy of Rachel Rose,
Pilar Corrias Gallery,
London, und Gavin
Brown’s enterprise,
New York
© Rachel Rose
2 Adrián Villar Rojas
Mi familia
muerta, 2009
Installationsansicht
2. Bienal del Fin del Mundo,
Ushuaia
Foto: Carla Barbero
Courtesy of Adrián
Villar Rojas und
Ruth Benzacar
Galería de Arte,
Buenos Aires
3 Peter Zumthor
Haus Zumthor
Haldenstein, 2005
Foto: © Walter Mair

Die spezifische Architektur des KUB ist einmal mehr wichtiger Ausgangspunkt für das Programm 2017. Zum Beispiel für den argentinischen Künstler Adrián Villar Rojas. Er wurde mit überdimensional großen Betonskulpturen bekannt, so mit einem Wal in einem Wald in Patagonien, Dinosauriern, die Gebäudebalken tragen, oder anderen vorzeitlichen Tieren, die mit Lasten und Seetang beschwert aus dem Marmarameer auftauchen. Ist es nicht diese Welt, an die die Realisten erinnern — eine Erinnerung an eine Zeit, die kein Mensch je erlebt hat? Villar Rojas wird sich in der zweiten Ausstellung im nächsten Jahr mit dem KUB Gebäude beschäftigen, mit dem Beton des Hauses, aber auch mit dessen Geschichte.

Das erste Projekt 2017 wagt sich noch weiter vor. Rachel Rose, 1986 geboren, ist die jüngste Künstlerin, die jemals das ganze Haus zur Verfügung gestellt bekam. Erinnerung spielt in ihrem Werk eine Rolle, Historie, aber auch Architektur. Sie wurde mit einem Werk über Philip Johnsons Glass House (1949) bekannt, das in Connecticut in New Canaan steht. Johnson, der Altmeister der modernistischen Architektur, taucht darin als weißlicher Schatten auf, als Ahnherr, der seine eigene Erfindung, ein völlig aus Glas bestehendes Gebäude, durchwandert. Daneben reagiert Rose auf das neue Whitney Museum of American Art von Renzo Piano in New York. In ihrer Arbeit für das Kunsthaus Bregenz wird Peter Zumthor ein Ausgangspunkt sein, auch die Wahrnehmung und die Erinnerungsfähigkeit im Zeitalter medialer Aufzeichnung und digitaler Distribution.

Die dritte Ausstellung wird dem Jubiläumsjahr entsprechend dem Architekten des Kunsthaus Bregenz Peter Zumthor gewidmet sein. Die Idee entstand bei einem Besuch in seinem Atelier in Haldenstein. Zumthor umgibt sich mit Architektur und einem mit Devotionalien, Teppichen, Bildern und Büchern angereicherten atmosphärischen Ambiente. So Peter Sloterdijks Sphären-Trilogie, einem Buch, das die Geschichte der Umweltsensibilität erzählt, oder Gaston Bachelards Poetik des Raumes. In Vorträgen spricht er ausführlich über den Ort. Architektur ist für ihn mehr als nur Bauen, Raum mehr als nur ein geschlossenes Geviert. Es ist intellektueller Stimmungsraum, es ist Ambiente, Kolorit und kreatives Milieu. Die Ausstellung wird deshalb Zumthors Welt heißen, in Anspielung an Sofies Welt von Jostein Gaarder, dem berühmten Buch zur Philosophiegeschichte.

 
 
      1 Rachel Rose, 2016
Foto: Benjamin Barron
© Rachel Rose
2 Adrián Villar Rojas
Foto: © Mario Caprorali
Courtesy of Adrián Villar Rojas
3 Peter Zumthor im
Kunsthaus Bregenz, 2016

Foto: Martin Mischkulnig
© Kunsthaus Bregenz
 
 
KUB 2017.01
Rachel Rose
04 | 02 – 17 | 04 | 2017
 
 
KUB 2017.02
Adrián Villar Rojas
The Theater of Disappearance
13 | 05 — 27 | 08 | 2017
 
 
KUB 2017.03
Peter Zumthor
Zumthors Welt

16 | 09 | 2017 – 07 | 01 | 2018
 

 

 

KUB Projekte 2017
20 Jahre Jubiläum
Kunsthaus Bregenz

15 | 07 – 16 | 07 | 2017

 
Gaylen Gerber
mit Rémy Zaugg

Backdrop/LÀ, n.d.,
1992/2016,
auf Ohne Titel von
Heimo Zobernig,
2015
Karl-Tizian-Platz,
Theaterfassade
Courtesy of Mai 36
Galerie, Zürich

Die KUB Projekte bilden ein Forum der erweiterten Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunst und Gesellschaft. Anhand von experimentellen Formaten und Arbeitsweisen, von Diskussionen und Interventionen im öffentlichen Raum treten die KUB Projekte mit der Stadt, ihrer Geschichte und den Menschen in einen direkten Dialog.

Eikonomie — Die Wirtschaft als bildgebende Instanz

2017 präsentieren die KUB Projekte ein internationales Symposium, das von dem bekannten Kulturwissenschaftler Wolfgang Ullrich und von Thomas D. Trummer geleitet wird. Ausgangspunkt ist die Entwicklung gegenwärtiger Diskurse und Theorien zur Kunst. Obwohl die Finanzkrise und das vielfache Scheitern des Bankensektors seit dem Jahr 2008 eine intellektuelle Gegenbewegung nahelegen, finden in den letzten Jahren vermehrt Diskurse statt, die lediglich aus ökonomietheoretischer Sicht geführt werden. »Dies ist Ausdruck der Annahme, dass die gegenwärtige Realität von nichts mehr geprägt ist als von der herrschenden Wirtschaftsordnung, die wahlweise als kapitalistisch, marktwirtschaftlich oder neoliberal gefasst wird«, so Wolfgang Ullrich. Das Symposium nimmt diese Entwicklung zum Anlass, den gegenwärtigen Diskurs zu analysieren und die Selbstanwendung der Wirtschaftssprache in der Sphäre der Kunst zu befragen. Der Begriff der »Eikonomie« ist eine Worterfindung, die diese Entwicklung deutlich werden lassen soll. Die Ökonomie prägt das Denken und Reden über das Bild, griechisch »Eidos«.

Weitere Programmpunkte der KUB Projekte sowie Details zum Symposium werden gesondert bekannt gegeben.
 
 

 

 

KUB Billboards 2017

 
Heimo Zobernig
CMYK, 2015
KUB Billboards
Foto: Rudolf
Sagmeister
© Kunsthaus
Bregenz

Sieben Billboards befinden sich an der Seestraße, der Hauptverkehrsstraße in Bregenz, die am Bahnhof vorbeiführt. Es sind nahezu quadratische Plakatwände, die von Künstler/innen mit eigens dafür entworfenen Sujets bespielt werden. Angesichts des regen Verkehrs, der täglich an den Billboards vorbeizieht, präsentieren sie vermutlich die meist gesehenen Kunstwerke zeitgenössischer Kunst in Österreich. Vier Künstlerpositionen waren im Jahr 2016 zu sehen: Anna-Sophie Berger, Feminist Land Art Retreat, Maja Čule und Daiga Grantina, alle einer jungen Generation angehörig. Im nächsten Jahr wird ein Künstler selbst die KUB Billboards ksuratieren und das Jahresprogramm zusammenstellen. Es geht um die Ästhetik der Gegenwart, um die Distribution, Fluktuation und Verwertung von Bildern im Zeitalter ihrer digitalen Betriebsamkeit. Mit den Billboards ist sichergestellt, das neben dem Großformat der Einzelausstellungen im Kunsthaus auch alternative Wahrnehmungen, neue Bildtypen und aktuelle Fragestellungen thematisiert und einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.

Details zu den KUB Billboards 2017 werden gesondert bekannt gegeben.